Eine Endodontologie ist für viele Menschen in Deutschland früher oder später notwendig. Zwischen 25-33% der Bevölkerung unterziehen sich einer Wurzelbehandlung in ihrem Leben. Eine Wurzelbehandlung ist durchzuführen, wenn das Zahnmark, auch Pulpa genannt, abstirbt oder eindringende Bakterien dieses entzünden. Bei einer Entzündung kommt es zu einer Vergrößerung der Gefäße, die dann in der Folge auf den Zahnnerv drücken: Schmerzen entstehen und auch ein sichtbares Anschwellen ist möglich. Die häufigste Ursache für eine Pulpa-Entzündung ist dabei Karies.
Ein Zahnarzt sollte immer konsultiert werden, wenn Zahnschmerzen auftreten, denn Entzündungen können sich ausbreiten und weitere Gewebe befallen. Die Wurzelbehandlung kann hier Abhilfe schaffen und der Zahn gerettet werden. Das Erhalten der natürlichen Zahnsubstanz steht bei jeder Form der Behandlung im Vordergrund, so auch bei endodontologischen. Die Endodontologie bietet eine Reihe von Vorteilen. Das Zerkleinern der Nahrung bleibt weiterhin möglich und einen kostenintensive Ersetzung des befallenden Zahnes bleibt aus.

 

Wie läuft eine Wurzelbehandlung ab?

Vor allem steht eine Beratung durch den Zahnarzt, der über Risiken und die Notwendigkeit des Eingriffs mit Ihnen spricht. Natürlich ist kein Eingriff risikofrei, doch überwiegen bei einer Wurzelbehandlung ganz klar die Vorteile.

Eine Wurzelbehandlung beginnt immer mit einer örtlichen Betäubung, sofern der Zahnnerv noch nicht abgestorben ist. Auf diese Weise wird eine schmerzfreie Behandlung garantiert. Im Anschluss wird das Zahnmark durch verschiedene Techniken entfernt und der entstandene Raum gereinigt. Da es verschiedene Stufen und Schweregrade einer Pulpa-Entzündung gibt, ist eine oder mehrere Sitzungen nötig, um die Wurzelbehandlung abzuschließen. Sind mehrere vonnöten, wird der Zahn zwischenzeitlich medikamentös mit einer Einlage versorgt. Die Wurzelbehandlung ist dann abgeschlossen, wenn die Wurzelkanalfüllung die richtige Länge besitzt – durch bildgebende Verfahren überprüft – und der Zahn mit einer Füllung verschlossen wurde.

Nach einer Wurzelbehandlung ist der Zahn kontinuierlich auf seine Stabilität hin zu überprüfen. Wird der Zahn instabil, hilft eine Krone. Sollte bei der Behandlung zu viel des Zahns verloren gegangen sein, ist auch ein sogenannter Wurzelstift möglich, der vor der Füllung in den Wurzelkanal gesetzt wird.

 

Maschinelle Wurzelkanalaufbereitung

In unserer Praxis setzen wir auf maschinelle Wurzelkanalaufbereitung und elektrische Längenmessung des Kanals. Die höhere Erfolgsquote spricht für diese Art der Behandlung, auch wenn mit ihr höhere Kosten verbunden sind. Höhere Präzision und Flexibilität der Feilen führen zu besseren Behandlungsergebnissen in den feinen Verästelungen des Wurzelkanals, die manuell nicht zu erreichen sind. Im Endeffekt wird der infizierte Wurzelkanal besser gereinigt und ausgeformt, sodass die Entzündung nachhaltiger beseitigt ist. Nicht zu vernachlässigen ist zudem eine höhere Patientenzufriedenheit, da maschinelle Eingriffe schneller und reibungsloser verlaufen.

 

Was Sie sonst noch über Wurzelbehandlungen wissen sollten

Wir bereits angedeutet ist kein Eingriff ohne Risiko. Und auch eine Wurzelbehandlung ist kein Erfolgsgarant. Dennoch liegt die Erfolgsquote bei einer Wurzelbehandlung mit 70-90% hoch. Häufigste Folge in den ersten Tagen nach dem Eingriff sind Beschwerden bei der Nahrungsaufnahme oder Schwellungen, die jedoch abklingen. Sollten diese jedoch längerfristig bleiben, ist eine erneute Konsultation mit dem Zahnarzt notwendig. Zudem kommt es in seltenen Fällen zu Unverträglichkeitsreaktionen oder zu anderen Komplikationen, die weitere Behandlungen unumgänglich machen.

 

Was kostet eine Wurzelbehandlung

In Deutschland werden von der gesetzlichen Krankenkasse Wurzelbehandlungen nicht immer übernommen. Voraussetzung der Kostenübernahme ist die Aussicht auf Rettung des Zahnes. Dabei muss der Zahnarzt nachweisen, dass er diesen bis zur Spitze behandeln und füllen können muss. Für die Zähne im hinteren Teil des Mundes – den Backenzähnen – gibt es sogar noch weitere zu erfüllende Voraussetzungen. Von diesen muss zumindest eine als gegeben angesehen werden:

  • Die Backenzahnreihe ist bis auf den zu behandelnden Zahn gesund
  • Der Zahn wurde bereits teilweise ersetzt und kann durch den Eingriff gerettet werden
  • Eine Freiendsituation – Fehlen des letzten Zahnes in einer Reihe – kann vermieden werden.

Getragen werden zudem nur die Behandlungen nach Kassentarif, welche zu einer Erfolgsquote von 65% beitragen. Weiterführende Behandlungen – etwa die elektronische Längenmessung – werden trotz deutlicher Erhöhung der Erfolgsquote nicht übernommen. Privat versicherte Patienten finden sich zumeist in einer besseren Situation wieder, da private Krankenkassen die Behandlung zumeist übernehmen.

In der von uns verwendeten maschinellen Wurzelkanalaufbereitung entstehen zusätzliche Materialkosten, da etwa die zur Behandlung notwendigen Titanfeiler Einmalprodukte sind und für jeden Patient neue zur Anwendung kommen. Diese Kosten werden durch Krankenkassen nicht getragen. Die besseren Behandlungsergebnisse rechtfertigen die höheren Kosten jedoch allemal.