Die Parodontologie bezeichnet die Behandlung der Erkrankung des Zahnfleisches, welche zu einer Zerstörung des Kieferknochens führt. Aufgrund der Erkrankung verlieren die Zähne zunehmend an Halt. Schlußendlich können die Zähne bei einer Nichtbehandlung der Erkrankung, der Parodontitis, verloren gehen. Um dem Verlust entgegenzuwirken bietet sich die parodontologische Behandlung an. Da nahezu 50% aller Erwachsenen über 35 Jahren an einer Parodontitis leidet, ist eine regelmäßige Überprüfung angezeigt. Dabei kann eine Erkrankung ohne Symptome verlaufen, was diese noch tückischer macht und den regelmäßigen Besuch des Zahnarztes unumgänglich. Mögliche Symptome sind etwa Zahnbelag, Mundgeruch oder auch gerötetes und blutendes Zahnfleisch.

Die Behandlung einer Parodontitis

Sollte eine Parodontitis nicht behandelt werden, kann es zum Zahnverlust kommen. Daher ist eine Behandlung durch den Zahnarzt von hoher Wichtigkeit. Die Behandlung verläuft dabei in vier Phasen. Nach einer ersten Aufnahme des Bestandes, wird die Taschentiefe aller Zähne gemessen. Im Anschluss wird die bakterielle Ursache der Erkrankung beseitigt und durch die Einhaltung bestimmter Intervalle regelmäßig eine Reinfektion verhindert. Im letzten Schritt gilt es den Behandlungserfolg langfristig zu garantieren. Sind die Knochentaschen bereits sehr tief, sind weitergehenden Maßnahme wie knochenaufbauende gegebenenfalls nötig.

Welche regenerationsfördernden Therapien gibt es?

Neue Methoden ermöglichen eine regenerationsfördernde Therapie, die auf biologischen Faktoren beruht. Dass heißt etwa der Einsatz von Proteinen, die zu Wachstum und Differenzierung der umliegenden Zellen führen und so dafür sorgen, dass das Gewebe erneuert wird. Mithilfe dieser Therapie kann der Zahnhalteapparat gerettet und erhalten werden. Dennoch ist je nach Schwere der Parodontitis der Einsatz weiterer Maßnahmen – wie Knochenersatz – nicht zu umgehen. Ihr Zahnarzt wird Sie hierbei optimal beraten.

Rezession des Zahnfleisches

Eine parodontale Rezession liegt in dem Fall vor, wenn das Zahnfleisch zurückgeht und damit Wurzeloberfläche freigelegt wird. Häufige Folge sind Überempfindlichkeiten der Oberfläche der Wurzel. Aber auch eine höhere Rate von Wurzelkaries ist bei einer Rezession des Zahnfleisches gegeben.

Behandelt werden muss eine solche Rezession erst, wenn der Zahnarzt eine eigenständige Heilung nicht mehr als möglich ansieht und eine negative Entwicklung vorliegt. Dann ist eine chirurgische Abdeckung der freiliegenden Flächen möglich und findet in der Regel durch Verschiebeplastiken, Transplantate oder auch Kombinationen beider statt. Ab und an kommen auch sogenannte Weichgewebstransplantate zum Einsatz, die dem Gaumen entnommen werden.

Moderne Techniken – Tunneltechniken ohne Aufklappung – ermöglichen dabei eine schonende Behandlung, die in der Folge die Wundheilung bessert und das Risiko einer Narbenbildung vermindert. Wie bei einer regenerativen Parodontitistherapie kommen bei der Abdeckung freiliegender Flächen Emdogain (biologische Faktoren) zum Einsatz, die die Wundheilung verbessern und beschleunigen.